Anthroposophische Einrichtungen für Heilpädagogik

Anthroposophische Einrichtungen für Heilpädagogik und Sozialtherapie bieten Bildung, Begleitung, Förderung, Arbeit und Lebensformen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit den verschiedensten Behinderungen und Entwicklungsproblemen.

Für Kinder und Jugendliche:
  • Frühberatung und Frühförderung
  • Heilpädagogische und integrative Kindergärten
  • Tagesschulen und Integrationsschulen
  • Heimschulen und Lebensgemeinschaften
  • Werkschulen und Ausbildungsmöglichkeiten
Für Erwachsene:
  • Arbeitsmöglichkeiten in Werkstätten und begleitete Arbeitsplätze auf dem ersten Arbeitsmarkt
  • Wohnmöglichkeiten in Wohnheimen und betreutem Wohnen
  • Dorf- und Stadtgemeinschaften
  • Weiterbildungsangebote und Kulturarbeit

Die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen wird als Heilpädagogik bezeichnet. Bildung im Schulunterricht oder Lernen im Kindergarten wird mit therapeutischen Angeboten und meist auch ärztlicher Unterstützung zu einem interdisziplinären Gesamtkonzept verbunden, um die Entwicklung eines Kindes anzuregen und maximal zu unterstützen. Dabei kommen insbesondere die von der Anthroposophie entwickelten Methoden, wie das Konzept der Waldorfpädagogik und das spezifischeSpektrum der Therapien, etwa die Heileurythmie und die anthroposophische Medizin, zur Anwendung. Heilpädagogik ist in der Regel besonders wirksam, wenn die Eltern behinderter Kinder und Jugendlicher eng in die Zusammenarbeit einbezogen werden.
Von Sozialtherapie wird in der Arbeit mit Erwachsenen gesprochen. Hier geht es vor allem um soziale Verhältnisse, die in gemeinsamer Verantwortung von den Menschen mit Behinderung und den begleitenden Personen geschaffen werden. Damit kann sich im sozialen Miteinander auch ein jeweils individueller Raum für Selbstbestimmung und Eigenständigkeit öffnen. Geeignete Arbeitsmöglichkeiten und Wohnformen werden ergänzt durch interne und externe soziale und kulturelle Angebote. So kann ein Lebenszusammenhang entstehen, in dem die/der Einzelne Anregungen innerhalb eines zuverlässigen sozialen Netzwerks gewinnen kann.
Die anthroposophischen Einrichtungen für Heilpädagogik und Sozialtherapie arbeiten in der Regel in Freier Trägerschaft. Ihre Angebote werden in fast allen Ländern durch die Massnahmen der Sozialgesetzgebung unterstützt und finanziert.
National haben sich die Einrichtungen zu Landesverbänden organisiert. Diese werden durch Elternzusammenschlüsse auf Einrichtungsebene und in nationalen Eltern- und Angehörigenverbänden unterstützt.
Derzeit gibt es international etwa 530 Einrichtungen für Heilpädagogik und Sozialtherapie, mehr als 60 Ausbildungsstätten und ca. 30 Verbände in mehr als 40 Ländern.