Editorial
Heilpädagogik und Sozialtherapie – ein Lebensfeld mit vielen Facetten, die zusammen ein Ganzes ergeben
Wenn man die Beiträge dieses Heftes betrachtet, fällt auf, aus welch unterschiedlichen Herkünften sie stammen: Lisbeth Kolmos nimmt in ihrem ursprünglich als Vortrag gehaltenen Beitrag über «Erkenntnis und Kunst» im Zusammenhang mit Heilpädagogik und Ausbildung eine denkbar weit gespannte Perspektive ein, in der sie den Zusammenhang von Medizin und altem Mysterienwissen betrachtet. Aus der heileurythmischen Praxis stellt Carola Adam-Roettig einen Therapieverlauf mit einem Kind dar. Nach diesen genauen Beobachtungen und Darstellungen lesen Sie über die Situation von Menschen mit Behinderungen in Indien in den Beiträgen von Thomas Friedrich, Penelope Roberts und Aban Bana.
Wie immer fehlen auch andere Berichte – wie z.B. über die internationale Ausbildungstagung in Kassel – und der Hinweis auf lesenswerte Bücher nicht.
Natürlich ergeben viele unterschiedliche Facetten per se kein Ganzes; es entsteht erst dann als Bewusstseinsprozess, wenn man sich klarmacht, mit welch weitgespannten Aufgaben Heilpädagogik und Sozialtherapie verbunden sind: neben fachlichen und professionellen Aufgaben und Zielen immer auch deren kulturelle Einbindung und Wertschöpfung in Gemeinschaft und Gesellschaft und nicht zuletzt die Frage nach dem Wesentlichen – dem Wesen – das Identität und Zusammengehörigkeit vermittelt.
In der Heftmitte finden Sie den Jahresbericht der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie, dem Organismus unserer Bewegung, der inzwischen mehr als 40 Länder umschliesst – jedes mit seinen eigenen Herausforderungen und Aufgaben, aber auch mit einer Gemeinsamkeit, die alle verbindet: Entwicklungsorte für und mit Menschen mit besonderem Hilfebedarf zu schaffen, zu erhalten und weiterzuentwickeln.