Facetten der sozialtherapeutischen Arbeit

Porträts und Beiträge im Heft 1-2004 der Zeitschrift Seelenpflege

 

«Wir müssen die Bedingungen schaffen, dass der behinderte Mensch seine ihm eigene angemessene Arbeits- und Lebenswelt schaffen kann und nicht fortgesetzt davon ausgehen, dass wir besser wissen, was er braucht» (Karl König).

 

 

Porträts von 15 Einrichtungen aus Dänemark, Deutschland, Frankreich, Holland, Irland, Schweden, Schottland und der Schweiz

 

 

Community of Communities, Weckelweiler, Kvarntunet, Weide-Hardebek, Garvald, Hertha, Zusammenleben, Nrvyvälle, Orion, Höhenberg, La Ruziere, Lehenhof, Alchemilla

 

 

"Um den Bedürfnissen von Menschen mit Behinderungen zu entsprechen, darf es keine Einbahnstrassen geben: Ob sie in einer offenen Wohnform ganz für sich, mit einigen anderen in einer Wohngruppe, oder in einem familienähnlichen Zusammenhang in einer Dorfgemeinschaft leben möchen, muss ihre Entscheidung sein ..."

 

 

 

Aufsätze zu Fragen der Sozialtherapie z.B.

 

 

Rüdiger Grimm: Sozialtherapeutische Gemeinschaft. Normalisierung, Salutogenese und Individualisierung in der Lebensgemeinschaft.

Hans Müller-Wiedemann: Karl Königs Gedanken über den Beginn des sozialtherapeutischen Impulses

Was ist Integration? Ein Thesenpapier der Konferenz für Heilpädagogik und Sozialtherapie

 

 

"Ihren Wert und ihre Würde werden sozialtherapeutische Gemeinschaften allerdings nur dann bewahren, wenn sie nicht nur als Ausfallbürgen gesellschaftlicher Unzulänglichkeiten oder überkommene Modelle angesehen werden, sondern als innovative Lebensformen in einer pluralen Gesellschaft, die selbst entwicklungsbedürftig ist" (Rüdiger Grimm).

 

 

Aus den Thesen zur Integration:

"So gesehen handelt es sich darum, jedem Menschen seinen Ort der Integration zu ermöglichen. Für Menschen mit Behinderung kann dies die Regelschule, aber auch die Kleinklassenschule oder die Heimschule sein. Es kann die Vermittlung auf dem ersten Arbeitsmarkt, die integrative Wohngruppe oder das Leben in einer Dorfgemeinschaft sein. Die Entscheidungsbefugnis darüber, welche Art des Lebens ihrem eigenen Integrationsgefühl und Unterstützungsbedarf am besten entspricht, liegt in den Händen der betreffenden Menschen und ihrer Stellvertreter (Eltern, Angehörige, rechtliche Vertreter)."

 

 

weitere Leseproben (pdf)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

"Auf einer Staffelei steht eine Bleistiftzeichnung, an der eine Frau arbeitet, die meine Anwesenheit nicht gerade schätzt. Sie hasse es, wenn jemand Notizen mache. Ich lasse sie in Ruhe und entdecke mit der Zeit ihren wunderbaren Humor ? wir lachen viel. Ich hätte Lust, auch zu malen und hier zu bleiben."

 

                        

 

 

"Das Besondere des Alltäglichen ? dieser Eindruck sitzt tief. Er beinhaltet zwei Aspekte: Auf der einen Seite, wie schnell durch fehlende menschliche, aber auch finanzielle Ressourcen die Entwicklung eines Kindes mit grossen Schwierigkeiten so beeinflusst werden kann, dass das Alltägliche nicht mehr möglich scheint. Auf der anderen Seite wird aber auch deutlich, dass mit intensivsten Bemühungen und guten Voraussetzungen Persönlichkeiten in ihrer scheinbar verlorenen Biographie wieder einen Faden finden können, der weiterführt und dass sie aus ihrer Isolation, ihrer Perspektivelosigkeit und ihrem fehlgeleiteten Kommunikationsverhalten befreit werden können und in die Lage kommen, wieder adäquate Beziehungen zur Umwelt aufzubauen."

 

      

 

 

"Der Mensch mit Behinderung erlebt hier durch die Sinnhaftigkeit des Tuns der Mitarbeiter die Sinnhaftigkeit seines eigenen Lebens und hat damit die Grundlage, sich selbst zu schätzen und anzuerkennen. [...] Die Behinderung tritt in den Hintergrund, weil sie zur Ausübung der Tätigkeiten und zum gemeinsamen Leben nicht vordergründig von Bedeutung ist."