
Bodo von Plato (Hrsg.:)
Anthroposophie im 20. Jahrhundert.
Ein Kulturimpuls in biographischen Porträts
Herausgegeben von der Forschungsstelle Kulturimpuls, Verlag am Goetheanum, Dornach 2003, 1166 Seiten mit 940 Abbildungen, Leinen, 2 Lesebändchen(!) Fr.109,-/Euro 69.-
Weitere Arbeiten zu dem Thema sollen bis zum Jahresende ins Internet gestellt werden unter: www.kulturimpuls.org
Rezension aus: Zeitschrift Seelenpflege Nr. 2, 2004
Das zu besprechende Werk stellt in biographischen Portraits den Kulturimpuls der Anthroposophie dar. Welch ein Griff! Dreihundert Autoren schildern das Leben von ca 600 Menschen, die durch die Art und Weise, wie sie ihre Biographie lebten, Anthroposophie in die Welt gestellt haben.
Die Biographien, jeweils mit einem Foto, bilden in alphabetischer Reihenfolge den Hauptteil des Buches. Daneben stellen sich die Autoren in einem Kurzportrait vor. Die Entstehung der Anthroposophie und ihre Entwicklung im 20. Jahrhundert wird in einem Überblick dargestellt und es gibt ein Glossar mit einzelnen Beiträgen zur Geschichte des anthroposophischen Kulturimpulses, die in wohltuender Klarheit Begriffe mit Inhalt füllen, die vielfach bisher vielleicht Frage blieben.
Man liest, trifft auf Bekannte und Bekanntes, erfährt vollkommen Neues, staunt über Details, entdeckt einen Namen, den man immer wieder hörte, den man nun in einen inhaltlichen und beruflichen Zusammenhang bringen kann. Auch der speziell heilpädagogisch interessierte Leser kommt auf seine Kosten: Er findet mit über 40 Einträgen die Bewegung gut vertreten, bekannte Namen, aber auch Menschen, von denen mancher vielleicht zum ersten mal an dieser Stelle erfährt.
Beeindruckend sind vor allem die Vielfalt und die Fülle, der Reichtum an individueller Gestalt, an Leben, an Dynamik
Und auch zu wissen: Dies ist nur ein kleiner Ausschnitt- wie viel reichhaltiger ist das Leben dieser Bewegung, des Impulses, wenn man an die zahllosen Menschen denkt, die mit ihm lebten und leben, und die hier nicht dokumentiert sind!
Man wird dieses Werk kaum durchlesen. Man nimmt es in die Hand, blättert, liest, legt es hin und wird es in der Nähe lassen, um es bei Gelegenheit wieder aufzugreifen. Es ist ein Buch zum Lesen, zum Nachschlagen, zum Staunen- aber auch ein Buch voller Hoffnung: Wie reich ist das Leben und wie begrenzt, was mit zunächst in mein Bewusstsein tritt.
Es ist ein repräsentatives Buch zum Schenken, ein Buch, das nicht nur in der Bibliothek stehen sollte, es hat auch einen guten Platz im Konferenzraum für die kleinen Pausen oder auf dem Tisch in der sozialtherapeutischen Familie oder Wohngruppe.
Michael Dackweiler




